Informationen über die katholische Stadtpfarrkirche St. Georg in Ellingen
Die Grundmauern der Ellinger Stadtpfarrkirche stammen aus der Bauzeit der Vorgöngerkirche, deren Entstehungsgeschichte noch unklar ist. Das liegt daran, dass für Ellingen zwei Kirchweihen urkundlich überliefert sind (die erste für das Jahr 1058 unter dem Eichstötter Bischof Gundekar II. und eine zweite Weihe für die Zeit zwischen 1182 und 1196 unter Bischof Otto), aber nicht eindeutig auf den heutigen Bau zu beziehen sind. Die Grundsteinlegung für die von Franz Joseph Roth erbaute neue Kirche fand am 5. April 1729 statt. Die Weihe erfolgte am 15. Juli 1731. Die Figur des hl. Michael auf dem Schalldeckel der Kanzel erinnert nicht nur an das Patrozinium der Vorgöngerkirche. Der Splitter einer Sprengbombe in der Hand des Kirchenheiligen gemahnt an die Zerstörung eines Teils der Kirche im Zweiten Weltkrieg, an dessen Ende (25. Februar 1945) Ellingen unter schwerem Beschuss durch die Bomberverbönde der Alliierten geraten war. Da die Kirche an der Weißenburger Straße stand, wo das Weißenburger Tor im Süden den Abschluss der Barockstadt Ellingen bildete, hat man die Schaufassade nicht, wie üblich, nach Westen, sondern nach Osten ausgerichtet. Hier erhebt sich der Turm in Form eines Mittelrisalits. Das mit Bandelwerk und Pilastern üppig dekorierte Eingangsportal wird von den Figuren des hl. Georg und der hl. Elisabeth bekrönt. Es sind Schöpfungen des Ellinger Bildhauers Johann Wagner. Darüber, im Hauptgeschoss, steht, ebenfalls von Wagner geschaffen, Maria Immaculata in der Mittelnische auf einem Volutensockel als Hauptheilige des Deutschen Ordens vor den hll. Georg und Elisabeth. Unter Landkomtur von Hornstein erfolgte der Neubau. Sein Wappen ist im Gesims über dem Eingangsportal zu erkennen, wöhrend das zweite Wappen unterhalb der Schallöffnung an den Hoch- und Deutschmeister Franz Ludwig erinnert. Das Langhaus und den westlichen Querbau zieren die Büsten der zwölf Apostel über den Fensterverdachungen. Im Westen bildet der halbrunde Bau des Chores mit den beiden Anbauten für die Sakristei und die Logenröume einen ansprechenden Abschluss, der sich harmonisch an die Ostfassade der benachbarten Mariahilfkapelle anpasst. Im Inneren dominieren Emporen, Gewölbe und Pilaster das Erscheinungsbild. Augenföllig über dem Chorbogen das Wappen des Deutschen Ordens im Spiegelgewölbe, das mit zwei Stichkappen ausgestattet ist. Der Chorraum selbst überrascht durch seine schlanken Pilaster, die mit frei komponierten Kapitellen abschließen. Der Stuckdekor von Franz Joseph Roth schmückt die Seitenwönde des Chores, die darüberhinaus mit Freskenmalereien verziert sind, Arbeiten mit dem Motiv von Heiligen, welche die Trinitöt anbeten. Im Zentrum des Chorraums erhebt sich der aus der Bauzeit der Kirche stammende Hochaltar, in dessen viersöuligem Aufbau sich das Bild des hl. Georg befindet, gemalt von F.C. Janneck. Der Altaraufbau wurde, ebenso wie die Holzfiguren, von Johann Wagner gearbeitet. Hervorzuheben sind die Figurengruppe Mariö Himmelfahrt über dem Altar, die Pietágruppe im Tabernakel, die Figur des mit dem Drachen kömpfenden Michael (!) an der Kanzel und das Relief der Verkündigung Marias an der Nordwand. Aus der Werkstatt von Johann Friedrich Maucher sind die beiden seitlich des Hauptaltars aufgestellten Figuren des Karl Borromöus und Kaiser Heinrichs II. Beide Seitenaltöre sind aus Roth'schem Stuckmarmor gefertigt. Sie tragen alabasterweiß gefasste Holzfiguren, links der hl. Joseph, rechts der hl. Xaver, die aus der Werkstatt von Johann Friedrich Maucher stammen. Im nördlichen Querhausbau zeigt das Altarbild von F.C. Janneck (bez. 1729) die Almosenspende Elisabeths. Vor dem Aufbau befinden sich zwei Figuren der hll. Walburga und Elisabeth. Im südlichen Querhausbau ist im Altar als Pendant dazu die Anbetung der Hirten dargestellt, wöhrend die beiden Figuren für die hll. Anna und Joachim stehen. Im Langhaus föllt der Blick auf das großflöchige Deckengemölde, das die Tempelreinigung durch Christus darstellt. Umrahmt wird das Bild von einem stuckierten Deutschordenskreuz. Ölgemölde von Johann Chrysosthomos Winck aus der Zeit um 1778 befinden sich im Chor und im Langhaus, darunter die Anbetung der Hl. Drei Könige, die Opferung im Tempel, die Anbetung der Hirten, die Abendmahlsszene, die Geißelung und Dornenkrönung, die Auferstehung Christi und das Pfingstfest. Georg Vischer malte die Bilder für die Kreuzwegstationen im Jahre 1742.

Katholische Stadtpfarrkirche St. Georg in Ellingen
Ansicht der St. Georg Kirche von hinten

Informationen über die katholische Schlosskirche Mariä Himmelfahrt in Ellingen

Die ursprünglich gotische Schlosskirche aus dem Jahre 1274 wurde im 18. Jahrhundert dem barocken Stil des Schlosses angepasst (1717 durch Franz Keller und 1746 bis 1752 durch Franz Joseph Roth und Matthias Binder), wobei der Turm im Norden und die nach Süden ausgerichtete Portalfassade völlig neu errichtet wurden. Auf den Eckpostamenten des Turmes sind die Figuren der vier Evangelisten zu sehen, während der diesen zugeordnete Salvator Mundi als Turmspitze auf der Kuppelhaube thront. Die Südfassade der Kirche, die ihrerseits den Nordflügel der Schlossanlage bildet, wurde den übrigen Flügeln des Schlosses angepasst. Hier besticht vor allem der mit zwei seitlichen Pilastern ausgestattete Portalrisalit, der üppig mit Skulpturen geschmückt ist, u.a. mit der Figur der Maria Immaculata von Johann Wagner aus dem Jahre 1748. Darüber befindet sich das Wappen für Landkomtur Franz Sigismund von Satzenhofen, und im Giebel darüber prangt in einer sehenswerten Kartusche das Wappen für den Deutschmeister Clemens August, Herzog von Bayern. Von Friedrich Maucher wurden die Figuren des hl. Georg und der hl. Elisabeth im Jahre 1747 gefertigt. Der Innenraum überrascht die Besucher durch die prunkvolle und zugleich farbenprächtige Ausstattung. Weißer Stuck und graugelb stuckierter Marmor beherrschen die üppige Szenerie. Von Franz Joseph Roth stammen die Stuckaturen (1717/18). Er war Keller 1724 als Deutschordensbaumeister gefolgt. Das Auge verliert sich in zahllosen Details: korinthische Kapitelle, gekuppelte Pilaster und zwei böhmische „Platzeln“ in Form weitgespannter Wölbungen über dem Langhaus. Ferner die Statuen der vier Kirchenväter, der kunstvoll gestaltete Stuckmantel des Chores mit dem Deutschordenskreuz in der Wappenkartusche und der in grauem und rotem Stuckmarmor gefasste Hochaltar des Augsburger „Stuccadors“ Franz Xaver Feichtmayr, der nach Plänen Roths mit einer aufwendigen, dreigeschossigen Barockarchitektur eingerahmt wurde. Ebenso die beiden Seitenaltäre aus der Zeit des Rokokos, die wie aus Marmor gefertigt scheinen. Die Deckengemälde werden Johann Anton Pinck zugeschrieben. Zahlreiche Wappen und Epitaphien bezeugen die Geschichte des Deutschen Ordens. „Die Ellinger Schloßkirche ist wohl der interessanteste katholische Sakralbau der Region. Die spezifischen Voraussetzungen als Residenzkirche des Deutschordens brachten für den markant in die Vierflügelanlage des Schlosses eingebundenen Bau im Zusammenspiel gotischer Raumvorgaben und barocker Gestaltungskraft eine prachtvolle, festliche Erscheinung, in der die doppelschalige Chorlösung mit ihren Durchblicken als besonderer Höhepunkt gelten kann.“




Informationen über die Spitalkirche St. Elisabeth in Ellingen

Bereits am Anfang des 18. Jahrhunderts begann der Deutsche Orden damit, bedeutende Bauten in Ellingen neu errichten zu lassen, darunter das dreiflügelige Elisabethspital vor den Toren der Stadt. Wie in den meisten Fällen waren die Vorgängerbauten aus der frühen Zeit des Deutschen Ordens (12. Jh.; im alten Schlossareal gelegen) inzwischen nicht mehr den Platzerfordernissen im 18. Jh. gewachsen. Dass der Bau des neuen Spitals vor dem der neuen Residenz erfolgte, unterstreicht die besondere Bedeutung des Spitals, dessen neue Kirche im Nordflügel 1708 geweiht wurde. Ihren Glanz erhielt die Spitalkirche nachträglich durch die Stuckarbeiten von Franz Joseph Roth verliehen, die dieser im Auftrag des Landkomturs von Hornstein durchführte. 1753 wurde die Anlage nochmals um ein Stockwerk erhöht und erhielt dabei die zur Straßenseite hin sichtbare Figur der hl. Elisabeth von Leonhard Meyer. Heute wird St. Elisabeth als Seniorenanlage genutzt. Der von außen eher unscheinbare Bau der Spitalkirche – einzig der Chorbau und der Dachreiter verweisen auf seine sakrale Bestimmung – zeichnet sich im Inneren durch eine feine, spätbarocke Architektur aus. Über dem Altar im Osten breitet sich ein Gewölbe mit Stichkappen aus, das reich mit Stuck verziert ist. Unübersehbar prangt an der Decke das Deutschordenswappen. Franz Joseph Roth zeichnet hier und auch im Langhaus für den Deckenstuck verantwortlich. Mit Pilastern und korinthischen Kapitellen hat er die Wandflächen geschickt untergliedert. Das ikonographische Programm umfasst die acht Seligpreisungen und die Brotmehrung. Der eigentliche Chorraum ist zum Langhaus hin durch eine reich verzierte Holzwand abgetrennt worden, deren zwei Türen den Weg zur Chorapsis freigeben. Unter dem großen Altarbild wirkt der Altaraufbau eher klein. Der Tabernakel wird von zwei Engelsfiguren flankiert. Das Gemälde über dem Altar zeigt die hl. Elisabeth, die gerade Almosen an Bedürftige verteilt. Sehenswert sind die Figurengrup- pe der Anna selbdritt (um 1500) und die bronzene Tafel für Philipp Benedikt Forstmeister von Gelnhausen (gest. 1716), der das Spital im 18. Jahrhundert neu gestiftet hat.




Pfarrgemeinde St. Georg
1632 Katholiken
Anschrift: Weißenburger Straße 24, 91792 Ellingen,
Tel.: 09141/2508, Fax: 09141/920256
Email: ellingen@bistum-eichstaett.de
Homepage: St-georg-ellingen.de
Dr. Thomas Stübinger
Gemeindereferentin Tanja Uelein